Etappenübersicht & Streckenverlauf
Unsere heutige Etappe führte uns durch den wilden, ursprünglichen Südosten und Osten Kretas. Der Tag startete an der Küste mit einem einladenden schwarzen Strand. Bevor es richtig losging, stand jedoch noch ein kurzer Fahrzeug-Check auf dem Programm: Da die Reifen unseres Campers optisch sehr gewölbt wirkten, kontrollierten wir den Reifendruck. Die Vermutung bestätigte sich – es fehlte rundum ordentlich Luft (ca. 1,0 bis 1,5 bar). Mit korrigiertem Reifendruck rollte es sich gleich viel beruhigter weiter.
Die Route entpuppte sich als extrem abwechslungsreich und optisch beeindruckend. Unterwegs streiften wir leider auch verbrannte Landschaftsflächen – eine stumme Erinnerung an die Trockenheit und Sommergefahren der Region.
Von der Küste schraubten wir uns hinauf ins Bergland nach Ziros und weiter zum Hochplateau. Über spektakuläre Serpentinen mit Panoramablick ging es hinab nach Xerokampos. Anschließend führte die Route gegen Norden über die Bucht von Chiona bis zum berühmten Palmenstrand von Vai, ehe wir unser Tagesziel in Palekastro erreichten.
Die Highlights & Wegpunkte entlang der Strecke
- Startort mit schwarzem Strand & Reifencheck Der dunkle Sandstrand lud morgens zum Verweilen ein. Dank der visuellen Kontrolle der leicht gewölbten Reifen und dem Nachfüllen von 1–1,5 bar war die Weiterfahrt sichergestellt.
- Militär-Radarstation Ziros Auf der Hochebene nahe dem Dorf Ziros sticht die weithin sichtbare militärische Radarstation ins Auge.
- Hintergrund: Die Radarstation liegt strategisch hoch auf dem Ziros-Plateau. Aufgrund der geografischen Lage im äußersten Südosten Griechenlands und Europas dient die Anlage der Überwachung des Luft- und Seeraums im östlichen Mittelmeer. Sie steht im Kontext von NATO- und nationalen Verteidigungsstrukturen zur Beobachtung der Seewege Richtung Naher Osten und Nordafrika.
- Panoramablick & Schluchtenwelt von Xerokampos Die Abfahrt hinunter nach Xerokampos bietet fantastische Ausblicke. Die Region ist geprägt von tiefen Canyons (wie der Lamnoni-, Ziros- oder Xerokampos-Schlucht), die sich durch das karge Kalkgestein schneiden. Unten angekommen, erstreckt sich der traumhafte Strand Mazida Ammos mit feinem Sand und kristallklarem Wasser.
- Palmenstrand von Vai (Finodasos) Der Strand von Vai beherbergt den größten natürlichen Palmenhain Europas (Kretische Dattelpalme, Phoenix theophrasti).
- Entstehung & Legende: Eine weit verbreitete Legende besagt, dass arabische Piraten oder phönizische Seefahrer die Dattelkerne ihrer Proviantvorräte weggeworfen hätten, woraus der Palmenwald entstand. Botanisch und wissenschaftlich ist dies jedoch widerlegt: Die Kretische Dattelpalme ist eine eigenständige, endemische Art, die seit Jahrtausenden (bereits seit der Antike/Minoischen Zeit) auf Kreta heimisch ist. Der Hain entstand ganz natürlich entlang eines feuchten Flussbetts, das den Palmen ganzjährig Grundwasser liefert.
- Einkehr beim Restaurant „Chiona“ Nahe Palekastro liegt die ruhige Bucht Chiona mit ihrer bekannten Fischtaverne direkt am Meer – ideal für eine kulinarische Pause.
- Exkurs: Wodurch entstehen die unterschiedlichen Farben von Stränden?Auf dieser Etappe fällt der Kontrast zwischen dunklen/schwarzen Stränden am Start und den hellen/goldenen Sandstränden im Osten besonders auf. Die Färbung von Stränden hängt direkt von der Geologie des Hinterlands und der Herkunft des Sandes ab:
- Schwarze/Dunkle Strände: Entstehen durch die Verwitterung von dunklem, vulkanischem Gestein (z. B. Basalt, Obsidian) oder schweren, eisen- und magnesiumhaltigen Mineralien (wie Magnetit, Augit oder Olivin). Das Abtragen dieses Gesteins durch Flüsse und Meeresbrandung lagert die dunklen Partikel an der Küste ab.
- Helle/Weiße Strände: Bestehen überwiegend aus Quarzsand (Siliziumdioxid) oder aus biogenen Materialien – also fein zermürbten Muschelschalen, Korallenresten und den Kalkskeletten von Meeresorganismen.
- Rote oder grüne Strände: Roter Sand entsteht meist durch stark eisenhaltige, oxidierte Gesteine (Rostbildung im Gestein), während grüner Sand durch das Mineral Olivin (oft vulkanischen Ursprungs) gebildet wird.






























Nachtquartier
Zum Abschluss des Tages steuerten wir den Camper Parkplatz Palekastro (Kouremenos Beach) an. Es handelt sich um einen einfachen Stellplatz ohne Service (zu finden via park4night #564096). Die Lage direkt am Strand von Kouremenos ist fantastisch: Durch die verlässlichen Meltemi-Winde im Sommer und Herbst gilt dieser Küstenabschnitt als absolute Hochburg für Windsurfer und Kitesurfer aus ganz Europa.
