Tagesrückblick & Persönliche Eindrücke
Der Morgen auf dem Campingplatz bei Gythio begann zunächst mit ungeplanten Wartungsarbeiten an unserem Absorberkühlschrank. Die Gasflamme erlosch immer wieder, weshalb eine gründliche Reinigung des Schachts notwendig wurde. Mit tatkräftiger Unterstützung und der Elektropumpe von Campingmanager Petros konnten wir den Schacht ausblasen – zwar ersetzt eine kleine Pumpe keine vollwertige Druckluftanlage, aber der Aufwand hat sich gelohnt: Der Kühlschrank läuft wieder spürbar zuverlässiger.
Aufgrund der Wetterprognose, die ein Heranziehen eines Tiefdruckgebiets von der Adria Richtung Südwest-Griechenland ankündigte, passten wir unsere Route an: Wir wollen das Schönwetterfenster im Süden des Peloponnes solange wie möglich nutzen, bevor wir nach Norden durch die Regenfront ziehen.
Unser erstes Ziel war die weltberühmte Vlychada-Höhle von Diros an der Westküste der Mani. Nach der faszinierenden Lautlos-Fahrt im Holzruderboot durch das unterirdische Höhlensystem führte uns die Route über Areopoli und die sanften Gebirgsausläufer hinüber ins Evrotas-Tal. Vorbei an den imposanten Hangruinen von Mystras ging es schließlich auf die spektakuläre Bergstraße über den Langada-Pass im Taygetos-Gebirge.
Als Tagesziel steuerten wir einen ganz besonderen Übernachtungsort an: Die Olive Grove Farm / Agritourismo Kalamata. Der liebevoll gestaltete Familienbetrieb liegt traumhaft terrassiert inmitten alter Olivenhaine am Hang nordöstlich von Kalamata. Gastgeberin Jenny heißt Camper hier mit einer Herzlichkeit willkommen, die ihresgleichen sucht. Das absolute Highlight des Platzes offenbart sich bei Dämmerung: Ein spektakulärer 180-Grad-Panoramablick über das Lichtermeer von Kalamata und die gesamte Bucht des Messenischen Golfs.

































Highlight-Recherchen & Landschaftsmerkmale entlang der Route
1. Das Schiffswrack Dimitrios (Valtaki Beach)
Das Rostwrack der Dimitrios liegt seit Dezember 1981 auf Grund am feinen Sandstrand von Valtaki, knapp 5 km nordöstlich von Gythio.
- Geschichte & Mythen: Das ca. 67 Meter lange Frachtschiff wurde 1950 gebaut. Nach finanziellen Problemen der Eigner und Motorenschäden lag es zunächst im Hafen von Gythio vor Anker, bevor es bei einem Sturm losgerissen und an den Strand gespült wurde. Hartnäckige Gerüchte besagen, es sei als Schmuggelschiff für Zigaretten genutzt worden.
- Fotospot & Natur: Über die Jahrzehnte hat die Salzwasser-Korrosion das Schiff in ein faszinierendes, rostrotes Fotomotiv verwandelt, das im flachen, Türkisblauen Wasser des Lakonischen Golfs liegt.
2. Die Tropfsteinhöhle von Diros (Spilaio Vlychada / Σπήλαιο Διρού)
Die Höhlen von Diros an der Westküste der Mani gehören zu den spektakulärsten Unterwasser-Tropfsteinhöhlen der Welt.
- Entdeckung & Ausdehnung: Das System wurde 1900 von Einheimischen entdeckt und ab 1949 von den Höhlenforschern Anna und Ioannis Petrochilos erforscht. Über 15 Kilometer Gänge sind bislang kartiert, von denen der Großteil unter Wasser liegt.
- Unterirdische Fahrt im Ruderboot: Der Großteil der Besichtigung erfolgt in traditionellen Holzruderbooten auf einem etwa 1,2 km langen unterirdischen Fluss. Die Bootsführer steuern die Boote lautlos mit Rudern und Händen an den Höhlenwänden entlang. Stalaktiten und Stalagmiten bilden durch Mineralien (Eisen, Mangan, Kalk) imposante Formationen in tiefen Weiß-, Rot- und Brauntönen.
- Prähistorische Bedeutung: In der angrenzenden Alepotrypa-Höhle wurden neolithische Funde (Skelette, Keramik, Werkzeuge) gesichert, die belegen, dass die Höhlen bereits ca. 4000–3000 v. Chr. als Wohn- und Kultstätte dienten.
3. Die Orangenregion im Evrotas-Tal (Gythio – Skala)
Das Evrotas-Tal bildet den Übergang von der Ostküste Lakoniens ins Landesinnere.
- Zitrusanbau & Mikroklima: Dank der geschützten Lage zwischen Taygetos- und Parnon-Gebirge sowie dem wasserreichen Schwemmland des Evrotas-Flusses wachsen hier Millionen von Zitrusbäumen. Die Region ist berühmt für saftige Navelina– und Valencia-Orangen sowie Clementinen.
4. Die byzantinische Ruinenstadt Mystras (Μυστράς)
Am Osthang des Taygetos-Gebirges liegt die mittelalterliche Festungs- und Ruinenstadt Mystras.
- Historischer Hintergrund: Gegründet 1249 vom Kreuzfahrer Wilhelm II. von Villehardouin, stieg Mystras nach der byzantinischen Rückeroberung zur Hauptstadt des Despotats Morea auf. 1449 wurde hier Konstantin XI. Palaiologos zum letzten byzantinischen Kaiser gekrönt.
- UNESCO-Weltkulturerbe: Seit 1989 gehört Mystras zum Weltkulturerbe. Sehenswert sind der imposante Despotenpalast, die Kathedrale Agios Demetrios und das Pantanassa-Kloster, das bis heute von Nonnen geführt wird und für seine gut erhaltenen spätbyzantinischen Fresken bekannt ist.
5. Das Taygetos-Gebirge & der Langada-Pass
Das Taygetos-Massiv ist die höchste Gebirgskette der Peloponnes (Höchster Gipfel: Profitis Ilias mit 2.407 m).
- Die Langada-Schlucht: Die Gebirgsstraße verbindet Sparta im Osten mit Kalamata im Westen. Sie schlingt sich in engen Serpentinen durch die steile Langada-Schlucht, vorbei an ausgesetzten Felswänden, schmalen Tunnelschnitten und dichten Nadelwäldern.
- Geologie: Das Karstgebirge zeichnet sich durch tiefe Canyons, zahlreiche Höhlen und ausgeprägte Felsformationen aus.

Also die Höhle wäre nichts für mich
Verstehen wir. Das Gute an Reiseberichten ist ja zum Glück: Man kann virtuell überall reinschauen, ohne selbst in der dunklen Höhle den Kopf einziehen zu müssen! 🤝🏼😁
Wunderschöne Mischung aus Geschichte, Geologie und Natur und wie immer beeindruckende Bilder 🙂
Wie viele Kilometer seid ihr eigentlich schon gefahren? Das müssten ja schon an die 4000 sein.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag 🌞
Vielen Dank! ☀️ Du hast das super eingeschätzt – allerdings haben wir mit den ganzen Schleifen und Bergstrecken die 4000er-Marke längst geknackt und mittlerweile sogar über 5000 Kilometer am Tacho! Liebe Grüße zurück! 🚐💨
Da lag ich mit der Schätzung wohl schwer daneben 🤭
naja, wie man’s nimmt 😉 die Schleifen und Umwege sind ja größtenteils nicht vorhersehbar …