Etappe 22: Von venezianischem, mediterranem Charm zu den Hängen der Apokoronas

Tagesüberblick & Route

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Kontrasts zwischen geschäftiger mediterraner Hafenromantik und der malerischen Ruhe des Hügellands der Apokoronas. Gestartet vom gewohnten Stellplatz in Almyrida, führte die Route am Morgen gegen Westen nach Chania. Nach einem ausgiebigen Frühstück direkt an der Wasserfront, Erkundungen des venezianischen Hafens und der Gassen der Altstadt, ging es zurück in die Region Apokoronas. Es folgten Besichtigungen der exklusiven Neubau- und Villensiedlungen in Almyrida Heights und Plaka Hills, ein regionaler Versorgungseinkauf bei der Traditions-Ölmühle Melissakis sowie ein Abstecher zum Süßwassersee Kourna. Den kulinarischen Abschluss bildete ein Abendessen in der traditionellen Taverne HAROKOPOS, bevor es zur Nächtigung wieder nach Almyrida ging.

Highlights & Wegpunkte entlang der Strecke

  1. Chania
    • Sehenswürdigkeiten & Gebietsbeschreibung: Chania ist die zweitgrößte Stadt Kretas und besticht durch ein einzigartiges architektonisches Erbe aus venezianischer und osmanischer Zeit. Herzstück ist der hufeisenförmige Venetian Harbor mit dem ikonischen Leuchtturm (Faros), der alten ägyptisch-venezianischen Bauart, der Moschee der Janitscharen (Küçük Hasan) und den historischen Zeughäusern (Neoria).
    • Erlebnis: Der Tag begann ideal mit einem Frühstück direkt an der Promenade inklusive freiem Meerblick und dem Erwachen der Altstadt.
  2. Villensiedlungen „Almyrida Heights“ & „Plaka Hills“ (Hügelkette über Almyrida & Plaka)
    • Gebietsbeschreibung: Oberhalb von Almyrida und Plaka bieten die Kalkstein-Hänge einen spektakulären Panoramablick über die Souda-Bucht und die Weißen Berge (Lefka Ori). In den letzten zwei Jahrzehnten entstanden hier moderne Luxusvillen, Landhäuser und Apartmentkomplexe.
  3. Melissakis Olive Mill
    • Besonderheiten: In Tsivaras/Vryses gelegen, ist die Ölmühle Melissakis eine renommierte Adresse für erstklassiges natives Olivenöl extra (EVOO) aus der Koroneiki-Olive. Perfekt für den Vorratseinkauf von kretischem Gold, Olivenpasten und lokalen Naturprodukten.
  4. Kourna See
    • Sehenswürdigkeiten & Natur: Der Lake Kournas (Limni Kourna) ist der einzige natürliche Süßwassersee Kretas, eingebettet am Fuß der Lefka Ori. Bekannt ist der See für sein türkisfarbenes Wasser, das artenreiche Ökosystem (Natura 2000 mit Wasserschildkröten und Reptilien) sowie das ruhige Ambiente.
  5. Taverne „HAROKOPOS“ – Traditional Taverna
    • Kulinarik & Besonderheit: Eine authentische, familiengeführte Taverne in den Hügeln der Apokoronas. Serviert werden klassische kretische Gerichte aus regionalen Zutaten (z. B. Sofregato, Lamm aus dem Ofen, frische Salate mit Mizithra-Käse) abseits der großen Touristenströme.

Hintergrund-Recherchen & Vertiefung

1. Villensiedlungen „Almyrida Heights“ & „Plaka Hills“ und die Zuwanderer

Das Apokoronas-Gebiet rund um Plaka und Almyrida ist seit den 2000er-Jahren ein gefragter Hotspot für europäische Auswanderer und Zweitwohnsitznehmer. Vor allem Briten, Nordeuropäer (Deutsche, Skandinavier, Niederländer) und Franzosen prägen hier die Bautätigkeit mit modernen Stein-Villen und Hanghäusern.

2. Profil der Zuwanderer („Graue Panther“)

  • Verifizierung: Ja, die Annahme trifft überwiegend zu.
  • Demografie: Der Großteil der Eigentümer ist im Rentenalter (55–75+ Jahre). Gründe sind das milde Klima, überschaubare Lebenshaltungskosten und das attraktive griechische Steuermodell (7 % Pauschalsteuer auf ausländische Renten).
  • Trend: Seit 2020 ziehen vereinzelt auch Remote-Worker nach, die Hauptgruppe bleiben jedoch Ruheständler.

3. Die Haltung der Kreter gegenüber Festlandgriechen

Die oft zitierte Rivalität gegenüber den Griekos (Festlandgriechen) ist keine feindselige Ablehnung, sondern ausgeprägter kretischer Lokalpatriotismus:

  • Historie & Kultur: Durch die späte Vereinigung mit Griechenland (1913) pflegen Kreter stolz ihre eigene Identität, Dialekt und Traditionen.
  • Sichtweise: Festlandgriechen gelten im kretischen Selbstverständnis mitunter scherzhaft als „weicher“ oder bürokratischer.
  • Fazit: Es handelt sich um ein regionales Konkurrenzdenken (ähnlich wie zwischen Bayern und Norddeutschland), nicht um echte Xenophobie.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert