Etappe 23: Regengüsse, rege Betriebsamkeit und ein Anlauf im zweiten Versuch

Alles hat seine Zeit – und bevor der Besuch sprichwörtlich wie „der Fisch nach drei Tagen zu stinken beginnt“, hieß es für uns: Zusammenpacken und weiterziehen! 😉

Dem Wetter trotzen: Bergdörfer & Rethymno

Unsere heutige Route führte uns durch die malerischen kretischen Bergdörfer und weiter nach Rethymno. Die schmalen Gassen der venezianisch geprägten Altstadt von Rethymno und die Festung Fortezza bilden normalerweise die perfekte Kulisse für gemütliche Spaziergänge. Leider war uns der Wettergott heute nicht ganz gewogen: Tlw. sehr heftiger Regen begleitete uns fast die gesamte Strecke über.

Überraschender Trubel im Spätsommer

Trotz des grauen Himmels und des Regens fiel uns sofort eine Sache auf: Die touristischen Zentren entlang der Route waren überraschend äußerst gut besucht.

Hintergrund-Check: Warum ist Ende September noch so viel los?

Wer glaubt, dass die griechischen Inseln Ende September leerer werden, wird oft eines Besseren belehrt. Der Hauptgrund liegt im sogenannten Verlängerungstrend (Extension of Season). Dank milder Mittelmeertemperaturen (oft noch 25–28 °C) verschiebt sich die Hauptsaison immer stärker in den Frühherbst. Insbesondere Kulturreisende, Individualtouristen und Wohnmobilisten nutzen das mildere Wetter abseits der sommerlichen 40-Grad-Hitzewellen. Hinzu kommt ein starker Nachholbedarf im europäischen Flug- und Kreuzfahrttourismus, was dazu führt, dass Hotspots wie Rethymno oder Knossos bis weit in den Oktober hinein sehr gut gebucht bleiben.

Geduldprobe: Knossos & CRETAquarium

Die Hohe Besucherzahl bekamen wir dann auch direkt zu spüren: Unser erster Versuch, das berühmte palastartige Zentrum von Knossos sowie das nahegelegene CRETAquarium (Meeraquarium) bei Heraklion zu besuchen, fiel sprichwörtlich ins Wasser – wegen Überbelegung war an ein entspanntes Durchkommen schlichtweg nicht zu denken. Aber kein Grund zum Trübsalblasen: Wenn nicht Sonntag, dann halt am Montag! 😂

Kultur am Wegesrand: Die geheimnisvollen Miniaturkapellen

Wer durch Griechenland reist, bemerkt sie überall am Straßenrand: kleine, liebevoll gestaltete Schatullen auf Masten, die wie winzige Kirchen aussehen.

Hintergrund-Check: Was hat es mit den Miniaturkapellen (Eikonostasia) auf sich?

Diese kleinen Schreine heißen auf Griechisch Eikonostasien (Kandylakia). Sie werden aus zwei Hauptgründen errichtet:

  1. Danksagung: Als Zeichen des Dankes an einen Schutzheiligen, wenn ein Autofahrer an dieser Stelle einen schweren Unfall überlebt hat.
  2. Gedenken: Als Erinnerungsstätte für Unfallopfer, die an genau diesem Ort ihr Leben verloren haben.In ihrem Inneren befinden sich üblicherweise kleine Ikonen, eine Öllampe (Kandili), Weihrauch und Streichhölzer. Für Durchreisende sind sie ein stiller Reminder für die oft tückischen Straßenverhältnisse und ein faszinierendes Stück kretischer Alltagskultur.

Unser Unterschlupf: Gastfreundschaft pur

Nach den regenreichen Eindrücken des Tages haben wir schließlich einen wunderbaren Unterschlupf bei Lucid Dreams gefunden. Nikos und sein Team sind wirklich herzliche Gastgeber, bei denen man sich sofort willkommen fühlt! Wer in der Gegend unterwegs ist: Der Platz ist auch auf park4night (Place #515664) gelistet.

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