Etappe 13: Entlang des Drin, durch Vevchani und an den Ohridsee

Unsere heutige Etappe führte uns über rund 111 Kilometer von der Region um Debar entlang des Schwarzen Drin nach Süden in Richtung Struga und schließlich an den malerischen Ohridsee.

Erschreckende Tiefstände und sakrale Kunst

Unterwegs bot sich uns ein drastisches Bild: Der extrem niedrige Wasserstand in den Stauseen entlang des Drin ist gelinde gesagt erschreckend. Im Vergleich zu den langjährigen Niederschlagsmittelwerten zeichnet sich die Region durch anhaltende Trockenperioden und ein deutliches Regendefizit aus, was die Stauseen stark schrumpfen lässt.

Auf der Strecke boten sich immer wieder Stopps bei Orthodoxen Kirchen an. Bedauerlicherweise gilt in den meisten dieser Gotteshäuser ein striktes Fotografierverbot. Der Hintergrund ist primär theologischer und konservatorischer Natur: Die Ikonen und Fresken gelten nicht als bloße Dekoration, sondern als „Fenster zur göttlichen Welt“ und sakrale Artefakte für das Gebet. Das Verbot dient dem Schutz der Intimität des Gebetsraums sowie dem Schutz der historischen Farbpigmente vor Blitzlicht.

Geheimtipp Vevchani

Dass wir das Bergdorf Vevchani angesteuert haben, verdanken wir einer zufälligen Begegnung: Ein LKW-Fahrer gab uns während einer Rast den entscheidenden Tipp. Er schwärmte nicht nur von den berühmten Vevchani-Quellen, sondern erzählte uns auch vom traditionsreichen Karneval von Vevchani, der jedes Jahr im Januar ein jahrhundertealtes heidnisches Brauchtum feiert. Ein Zwischenstopp, der sich absolut gelohnt hat!

Etappenmaß & Tagesziel

Sollten die heutigen ~111 km unser Standardmaß bleiben, liegt noch ein weiter Weg vor uns, bis wir das südlichste Ziel Gavdos erreichen. Bei diesem Schneckentempo bräuchte man umgerechnet von Klagenfurt nach Wien gute 3 Tage! Als Berufskraftfahrer für Express-Frischware sind wir damit definitiv disqualifiziert – aber Schneeketten im Schneckentempo vom Süden bis in die Alpen zu bringen, das wäre genau unser Metier! 😂

Tagesziel & Stellplatz: Zum Abschluss des Tages steuerten wir Camping Sunrise in Struga direkt am Ohridsee an. Hier hoffen wir auf einen sonnigen Nachmittag und ein gelungenes Abendessen im angeschlossenen Hotel-Restaurant.

Zusammenfassung der Userkommentare zu Camping Sunrise: Der Platz wird in der Community überwiegend positiv für seine direkte Lage am Ohridsee und den schönen Strandzugang gelobt. Gastronomen schätzen das integrierte Hotel-Restaurant. Einige Camper merken an, dass die Sanitäranlagen recht einfach gehalten sind und in der Hauptsaison eine frühzeitige Ankunft ratsam ist, da die Plätze in der ersten Reihe heiß begehrt sind.

6 Gedanken zu “Etappe 13: Entlang des Drin, durch Vevchani und an den Ohridsee”

  1. Faszinierende Einblicke. Man möchte am liebsten auch gleich starten 🙃

    Leider bleibt jedoch kein Land vom menschengemachten Klimawandel verschont, und dennoch gibt es weltweit viele Prominente (auch in Österreich), die den Klimawandel nach wie vor leugnen.

    Trotzdem eine schöne Weiterreise euch beiden 😊

    1. Danke dir! ❤️ Es ist wirklich erschreckend, wie sehr das Thema mancherorts noch ausgeblendet wird, obwohl man die Auswirkungen überall sieht. Umso wichtiger ist es, die Natur mit offenen Augen zu genießen. Danke für die lieben Wünsche – wir düsen weiter! 🚐✨

  2. Eva Schellander

    Ein guter Einblick in ein vielschichtiges und wunderschönes Land.
    Danke für die detaillierte Reisebeschreibung und die eindrucksvollen Fotos.

    1. Sehr gerne! ❤️ Es freut uns wirklich riesig, dass dir der Einblick gefällt. Das Land hat wirklich unglaublich viele Facetten – schön, dass du uns so aufmerksam begleitest! 🚐✨

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