Etappe 28 – Vom Tücken des Reifendrucks zum täglichen Wahnsinn von Matala

Der Morgen begann mit kleinen Sorgen rund um den Untersatz: Ein Blick auf die Reifen förderte am Morgen Kummer zutage. Der anschließende Check an einer Tankstelle bestätigte das ungute Gefühl – satte 50 % Druckverlust! Glücklicherweise lag auf dem Weg in Richtung Süden eine klassische Reifenwerkstatt. Der ortsansässige „Reifenschuster“ bewies geschultes Auge und fand die Ursache im Handumdrehen: eine fest eingefahrene Schraube. Das Hindernis wurde rasch entfernt, der Reifen fachgerecht geflickt und mit einer äußerst moderaten Rechnung von 12 € ging die Reise beruhigt weiter.

Das Etappenziel war die Südküste Kretas: der berühmte Küstenort Matala. Der erste Versuch, gegen die Mittagszeit den Campingplatz zu erreichen, scheiterte jedoch kläglich. Gefühlt wollte ganz Kreta an diesem Tag nach Matala. Zu den ohnehin zahlreichen Besuchern gesellte sich an diesem Tag noch schlechtes Wetter im Norden der Insel, was zusätzliche Scharen von Urlaubern gegen Süden trieb. Die Ortspolizei sperrte die Zufahrt kurzerhand ab: „Wegen Überfüllung geschlossen“.

Aus der Not wurde eine Tugend gemacht: Den Nachmittag verbrachten wir entspannt auf dem Parkplatz einer nahegelegenen Aussichtsklippe mit fantastischem Blick über die Steilküste und das Meer.

Anekdote am Rande:

Auf der Aussichtsklippe wandte sich eine Reisende an einen Motorradfahrer, nachdem sie festgestellt hatte, dass dieser gut Deutsch sprach:

„Wissen Sie zufällig, was da heute für ein Fest in Matala ist?“

Der Motorradfahrer antwortete trocken:

„Da ist kein Fest. Das ist der tägliche Wahnsinn von Matala. Alle Pauschaltouristen müssen es offensichtlich gesehen haben – und das schlechte Wetter im Norden verstärkt den Zustrom nur noch. Wie Sie sehen können, gibt es hier kaum Autos von Einheimischen, sondern fast ausschließlich Mietwagen.“

Bevor gegen 18:00 Uhr der zweite Anlauf gestartet wurde, belohnte uns die Natur noch mit einem farbenprächtigen Regenbogen über der Küste – denn ja, auch an der Südküste hatte es kurz zuvor geregnet.

Der zweite Versuch glückte schließlich und der Campingplatz konnte angefahren werden. Doch auch der Campingbereich spiegelte den Andrang des Tages wider. Ein Stellplatznachbar, der regelmäßig hier einkehrt, berichtete erstaunt, dass um diese Zeit normalerweise selten mehr als fünf Camper hier stehen – das Ausweichwetter aus dem Norden hinterließ eben überall seine Spuren.

Gebietsbeschreibung & Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

  • Matala & die Hippie-Höhlen (Höhlen von Matala):Matala ist berühmt für seine markanten Sandsteinfelsen, in die in der Jungsteinzeit und römischen Epoche Wohnhöhlen und Grabstätten gehauen wurden. In den 1960er- und 70er-Jahren wurden diese Höhlen weltweit bekannt, als sich Hippies aus aller Welt (darunter Prominente wie Joni Mitchell, Bob Dylan oder Cat Stevens) darin niederließen.
  • Aussichtsklippen & Red Beach (Kokkini Ammos):Südlich von Matala erstreckt sich eine dramatische Klippenlandschaft. Von hier aus führt ein Wanderweg zum bekannten Red Beach, einer abgelegenen Bucht mit rötlichem Sand.
  • Meso-Messara-Ebene & Region Phaistos:Die Anfahrt führt durch das fruchtbare Hinterland Kretas, vorbei an Olivenhainen und Weinbergen. Hier begegnet man auch kulinarischen Traditionen der Insel.
  • Kurioses Detail am Rande:Wusstet ihr eigentlich, dass man offenen Wein in griechischen Landgasthäusern und Tavernen traditionell oft nicht in Litern, sondern in Kilogramm (kg) misst? Ein Kilo Wein auf dem Tisch gehört hier zur authentischen Einkehr einfach dazu!

Nächtigungsplatz: Matala Municipal Camping

  • Lage: Direkt am Ortseingang bzw. Strand von Matala, wenige Gehminuten vom Felsmassiv mit den Hippie-Höhlen entfernt (Park4Night ID: 69409).
  • Zusammenfassung der Park4Night User-Bewertungen:
    • Pluspunkte: Unschlagbare, zentrale Lage direkt am Strand und im Zentrum von Matala. Einfacher, naturbelassener Platz unter Bäumen (Tamarisken), die viel Schatten spenden. Die Sanitäranlagen wurden in Teilen renoviert/instand gesetzt. Entsorgungsmöglichkeit für Toiletten vorhanden.
    • Kritikpunkte / Besonderheiten: Die Stellflächen sind teilweise uneben oder sandig. In der Hauptsaison oder bei schlechtem Wetter an der Nordküste kann der Platz sehr voll werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird aufgrund der hervorragenden Lage meist als fair empfunden, wenngleich der Platz eher einfachen Charme bietet.

4 Gedanken zu “Etappe 28 – Vom Tücken des Reifendrucks zum täglichen Wahnsinn von Matala”

    1. Vielen Dank für den „Schmunzler“! 😄
      Keine Sorge, bei dem hervorragenden Essen hier arbeiten wir fleißig daran – die kretische Küche lässt uns da absolut keine Wahl! 🍽️🍷

      Liebe Grüße! 🚐✨

  1. Huch, ihr erlebt ja einiges. Danke wie dem Reifenschuster und der Bar, die Aperol Spritz (schaut jedenfalls so aus) vorrätig hat, und Bier ja sowieso. Ich war noch nie in Matala, obwohl schon an der Südküste Kretas. Wann fahr ich da wohl am besten hin???? Gute Weiterreise euch!

    1. Vielen Dank! Ja, langweilig wird es bei uns auf der Reise wirklich nie – ohne die spontane Hilfe beim Reifenschuster und dem wohlverdienten Einkehrschwung wäre die Etappe nur halb so prägend gewesen! 🥂🍺

      Was Matala angeht: Am besten schaust du in der Nebensaison (Mai/Juni oder September/Oktober) vorbei. Dann sind die Temperaturen erträglicher, die Bucht ist nicht so überlaufen wie im Hochsommer, und man bekommt ganz entspannt ein schönes Plätzchen für einen Aperol Spritz in Strandnähe!

      Liebe Grüße! 🚐💨

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